Autor: Alexander Hoffmann

  • Preview: G’AIM’E Light Gun auf der gamescom 2025 angespielt

    Preview: G’AIM’E Light Gun auf der gamescom 2025 angespielt

    Light Guns sind einer der Hingucker in jeder klassischen Arcade. Seit Duck Hunt auf dem NES oder Time Crisis auf der Playstation 1 konnte man auch zuhause mit ihnen Spaß haben. Doch mit der Einführung von 100Hz CRTs und moderneren Flachbild-TVs, blieb der Spaß auf der Strecke. Klassische Light Guns sind nämlich nur mit herkömmlichen 50 bzw. 60 Hz Röhrenfernsehern kompatibel. Die japanische Tassei Denki Corporation möchte auf den Spaß aber nicht verzichten und bringt in Kooperation mit Bandai Namco eine moderne Light Gun inklusive Spiele zurück in die Wohnzimmer.

    Hardware

    Das Unternehmen wird zwar nur den wenigsten ein Begriff sein, doch die Tassei Denki Co. stellt schon seit vielen Jahren im Hintergrund Hardware für diverse Firmen her. Zu ihrem Sortiment gehören unter anderem alle möglichen Controller. Mit dem G’AIM’E bringt das Unternehmen nun ein eigenes Produkt auf dem Markt.

    Hierbei handelt es sich um eine eigens entwickelte Videospielkonsole mit fest installierten Spielen und einer selbst entwickelten Light Gun. Diese hat eine eingebaute Kamera, die alle paar Millisekunden ein Foto aufnimmt. Das Foto wird verarbeitet und ein eigens trainiertes Machine Learning Modell versucht einen Fernseher auf dem Bild zu erkennen. Anhand des Bildes erkennt die Light gun die Stelle auf die gezielt wird und sendet das Signal an die G’AIM’E Konsole.

    Wir sprachen mit den Hardware Entwicklern vor Ort auf der gamescom und uns wurde versichert, dass G’AIM’E mit jedem herkömmlichen Fernseher funktionieren soll. Selbst Beamer sollen kein Problem sein. Wichtig sei nur, dass man genug Abstand zum Bildschirm habe, damit die Kamera das gesamte Bild erfassen könne.

    In der Tat scheint die Technik gut zu funktionieren. Bei jeder neuen Session muss die G’AIM’E neu kalibriert werden, indem man auf einige Ziele am Fernseher schießt. Anschließend kann man sich mit der Light gun im Raum bewegen und aus unterschiedlichen Winkeln auf den Fernseher schießen. Bei einem Spielwechsel ist keine neue Kalibrierung notwendig. Wir haben etwa 15 Minuten lang sowohl alleine als auch zu zweit gespielt und hatten nur sporadisch Situationen in denen wir vermeintlich falsche Treffer erzielten. Für ein genaues Fazit fehlt und noch mehr Spielzeit, doch insgesamt schien die G’AIM’E sehr präzise zu sein.

    Die Light gun selbst ist optisch sehr nah an die original Guncon von Bandai Namco angelehnt. In Japan ist sie in schwarz erhältlich, im Rest der Welt lediglich in hellblau mit orangen Akzenten. Sie hat links und rechts je eine Taste für Aktionen im Spiel, eine Taste für einen Münzeinwurf und einen Schiebregler mit dem sich der Rückstoß aktivieren lässt. Auf diesen haben wir bei unserem Test leider nicht geachtet, anscheinend haben wir vergessen ihn zu aktivieren.

    Neben der Light Gun ist zusätzlich ist ein Pedal erhältlich (liegt der Premium und Ultimate Version bei). Das benutzt man, wie in der Arcade, um bei Time Crisis aus der Deckung hervorzukommen um dann auf Ziele zu schießen. Ohne Pedal muss man dafür sonst die seitlichen Light Gun Tasten drücken.

    Alternativ lässt sich statt dem Pedal auch eine zweite Light Gun anschließen (separat erhältlich oder Teil der Ultimate Version). Da Time Crisis ein reines Einzelspieler-Spiel ist, können nur die anderen drei Spiele zu zweit gespielt werden.

    Spiele

    In der Basis Variante für 99€ erhaltet ihr bei G’AIM’E nur das Spiel Time Crisis, welches Bandai Namco extra für die Konsole zum 30. jährigen Jubiläum angepasst. Die Version basiert auf der Arcade Version. Ob es ein echter Port für die Android basierte Konsole oder eine modifizierte ROM mit Emulation ist, konnten wir bislang noch nicht klären.

    Erst die G’AIM’E Premium Version ab 149€ enthält die drei weiteren Spiele: Point Blank und Steel Gunner 1 + 2. Achtung: Käufer der Basis Variante haben leider keine Möglichkeit die Spiele nachträglich zu kaufen.

    Point Blank ist im Light Gun Genre mein absoluter Favorit. Es ist ein simples Party Spiel, bei dem ihr in diversen Minispielen alleine oder zu zweit um die Wette schießen könnt. Die Spiele sind sehr abwechslungsreich und schnell gelernt. Meine Playstation 1 Version spiele ich jetzt noch regelmäßig und freue mich, dies zukünftig auch im Wohnzimmer auf einem großen modernen Fernseher tun zu können.

    Fazit

    Tassei Denki Co. scheint mit G’AIM’E ein vielversprechendes Produkt entwickelt zu haben. Im Vergleich zu anderen modernen Light Guns, die mehr Setup und ein separates Gerät mit emulierten Spielen voraussetzen, bietet G’AIM’E eine einfache Plug-n-play Lösung für alle, die einfach nur Time Crisis und co. neu erleben möchten. Wie sich das System in Puncto Präzision, Latenz und co. langfristig schlägt, müssen wir jedoch in einem späteren Review ausführlicher testen.

  • Review: Beat ‚Em Up Collection (QUByte Classics)

    Review: Beat ‚Em Up Collection (QUByte Classics)

    Sieben alte Beat ‚Em up Klassiker in einer Kollektion klingt nach einem feinen Angebot für Fans dieses Genre. Wir haben die QUByte Classics Beat ‚Em Up Collection angespielt und sagen euch, ob ihr hier zuschlagen solltet.

    Inhalt

    Als Kind der 90er, der mit einem SNES aufgewachsen ist, war ich überrascht, dass mir keiner der hier enthaltenen Titel bekannt war. Die Beat ‚Em Up Collection versammelt Spiele verschiedener Hersteller, die bis auf das Genre, wenig gemeinsam haben. Enthalten sind:

    • First Samurai (SNES, 1993)
    • Second Samurai (Mega Drive, 1994)
    • Gourmet Warriors (SNES, 1995)
    • Iron Commando (SNES, 1995)
    • Legend (SNES, 1994)
    • Sword of Sodan (Mega Drive, 1990)
    • The Tale of Clouds and Winds (Water Margin) (Mega Drive, 1996)

    Die Auswahl der Titel ist OK. Während mir z.B. Second Samurai gar keinen Spaß gemacht hat, sind die anderen Titel alle zumindest in Ordnung bis Gut. Doch besonders tiefgreifend ist das Beat ‚Em Up Genre sowieso nicht, sodass man mit den meisten Titeln seinen Spaß haben wird. Vor allem wenn man sie lokal zu zweit spielt. Einen Online-Multiplayer gibt es leider nicht.

    Schade finde ich nur, dass pro Spiel genau eine Version enthalten ist. First Samurai ist beispielsweise auch für den Amiga, Atari ST, C64 und MS DOS erschienen. Die SNES Version mag vermutlich die beste sein, doch bei solchen Compilations stöbere ich gerne und spiele auch mal die anderen Ports an.

    Einige der Spiele wurden bereits in den vergangenen Jahren einzeln für die gängigen Plattformen neu aufgelegt oder gar erneut als Cartridge veröffentlicht.

    Komfort Features

    Wie bei solchen Sammlungen üblich, wurden die Spiele um ein paar Komfort Funktionen erweitert. Mit dabei sind Emulator-Standard-Kost wie eine Rückspulfunktion, Save States (Speichern und Laden wann man möchte) sowie ein Cheat Menü für jedes Spiel. Die Rückspulfunktion ist allerdings hakelig. Hat man aus versehen nicht weit genug zurückgespult, wars das. Nachträglich noch weiter zurück in der Zeit reisen, geht dann nicht mehr.

    Auch bei der Darstellung kriegen wir eine kleine Standardauswahl. Verschiedene Bildschirmeinpassungen, Filter und Rahmen. Seltsam ist, dass zwar zu jedem Spiel passende Rahmen zum füllen des schwarzen Bildschirmrandes vorhanden sind, diese aber nicht passend zum jeweiligen Spiel geladen werden können. Man hat lediglich die Möglichkeit einen zufälligen Rahmen anzeigen zu lassen oder wählt den jeweils passenden Rahmen jedes Mal manuell aus.

    Auch die zusätzlichen Bildfilter wie Scanlines oder CRT sind nicht der Rede wert und sind nicht authentisch implementiert. Zwar bevorzuge ich normalerweise einen CRT Filter, doch hier spielt man am besten im „Pixel Perfect“ Bildmodus.

    Auch beim Zusatzmaterial sieht es eher mau aus. Es gibt keinerlei sonst übliches Bonusmaterial. Keine Werbeflyer, Interviews oder gescannten Anleitungen. Dafür gibt es zu jedem Spiel zumindest eine selbst geschriebene Anleitung, die die Geschichte zusammenfasst, die Steuerung erklärt und hier und da ein paar Tipps gibt.

    Positiv hingegen ist, dass in den Spielen selbst so angepasst wurden, dass die Ingame-Symbole für die Controller Tasten durch moderne Controller Tasten des aktuellen Systems ersetzt werden.

    Fazit

    Die Beat ‚Em Up Collection ist genau nur das. Eine eher zufällig anmutende Sammlung verschiedener Spiele des gleichen Genres, ohne viel drumherum. Einerseits ist es schön, dass diese Spiele erneut zur Verfügung gestellt werden, andererseits hätte die Kollektion gerne liebevoller aufbereitet sein können.

    Fans von Retro und Beat ‚ Em Up Spielen sollten vermutlich zunächst ein paar andere Sammlungen durchspielen, bevor sie ihren Horizont mit dieser hier erweitern.

    Die Beat ‚Em Up Collection (QUByte Classics) ist für PC, Nintendo Switch (2 kompatibel), Playstation 4 & 5 und Xbox One & Series erhältlich. Wir haben die PC Version getestet. Das Spiel ist Steam Deck kompatibel.

    Wertung: 6/10

  • Volles Haus und neue Gesichter beim Retro Gaming Treff im Juli

    Volles Haus und neue Gesichter beim Retro Gaming Treff im Juli

    Was für ein großartiger Abend! Unser Retro Gaming Treff am 18.07. im Lesecafé der Stadtbibliothek Osnabrück war diesmal besonders gut besucht – und wir durften viele neue Gesichter begrüßen. 🎉

    In entspannter Atmosphäre wurde an klassischen Konsolen gezockt, gelacht und gefachsimpelt. Ob Super Nintendo, Atari 2600 oder die gute alte PlayStation 1 – die zeitlosen Spielehits sorgten für jede Menge Spielspaß und schöne Erinnerungen.

    Besonders gefreut hat uns, wie generationsübergreifend gespielt wurde: Eltern zeigten ihren Kindern die Spiele ihrer Jugend, Freundesgruppen lieferten sich spannende Matches, und selbst Neugierige ohne große Retro-Erfahrung fanden schnell ihren Lieblingsklassiker. 🎮♥️

    💬 Ein Abend voller Nostalgie und Gemeinschaft

    Da dies der erste Beitrag dieser Serie ist, möchte ich zunächst den Retro Gaming Treff erklären:
    Einmal im Monat treffen wir uns im Lesecafé der Stadtbibliothek Osnabrück um gemeinsam einen Abend lang alte Videospiele zu spielen und uns zum Thema auszutauschen. Wir bringen eine handvoll eigener Konsolen mit und schließen diese stilecht an alte Röhrenfernseher an. Unsere Gäste sind gerne dazu eingeladen, ebenfalls ihre alten Schätze mitzubringen. Platz ist meist genug da. Für den Treff müsst ihr aber nichts mitbringen und auch eine Anmeldung ist nicht notwendig.

    Was gabs zu spielen?

    Dieses Mal hatten wir folgendes dabei:

    • Super Nintendo
    • PS One (kleine Version der Playstation 1)
    • Dreamcast
    • Xbox 360 (die ist fast 20 Jahre alt und für mich damit retro)
    • PC mit Windows XP
    • Atari 2600+
    • NEO Geo Mini
    • Steam Deck

    Wir versuchen immer eine ausgewogene Auswahl an Spielen und Konsolen bereitzustellen. Am liebsten natürlich originale Retro Geräte. Handhelds wie das Steam Deck oder die Nintendo Switch sind allerdings eine praktische Möglichkeit um platzsparend Neuveröffentlichungen alter Spiele zu präsentieren. Dieses Mal hatte ich dafür die Beat ‚Em Up Collection (QUByte Classics) vorbereitet, welches wir aktuell für ein Review spielen.

    📅 Nicht verpassen:

    Der nächste Treff findet am Freitag, den 15.08.2025, von 18:00 bis 20:30 Uhr wieder im Lesecafé der Stadtbibliothek Osnabrück statt. Neue und bekannte Gesichter sind wie immer herzlich willkommen!

    Bis bald & stay retro!
    Euer Team vom Local Area Nerds e.V.

    Fotos & Videos:

    Die Nachwuchs lernt die Tricks von früher
    Bubble Bobble – Ein Arcade-Klassiker aus dem Jahr 1986